Die 100 Jahre Historie des BVW

Kurs auf Landesliga

Ein neuer Trainer, Horst Quade, sollte nun die Mannschaft in einem neuen Anlauf in die Landesliga führen. In den Turnieren des Sommers 1987 präsentiert die 1. Mannschaft Frühform. Kann man damit die Saison durchstehen? Freude und Stolz in Wickede. Ende Oktober nimmt die Westfalia erstmals den 1. Tabellenplatz der Bezirksliga 8 ein. Die Presse schreibt: “Wickede nimmt Kurs auf Landesliga”.
Wickede ist “Herbstmeister” 1987. In der Winterpause absolviert die Mannschaft 442 Minuten an Hallenturnieren. Horst Quade verlängert im März 1988 seinen Vertrag, das gibt Rückhalt und der Mannschaft Kraft. Helmut Hausmann wird in seinem Amt als 1. Vorsitzender des BV Westfalia Wickede bestätigt. Der 1. Wickeder Maibaum wird von Vorstandsmitgliedern präpariert, von den Spielern zum Bockumweg getragen und am 02.05.88 aufgestellt. Die Meisterschaft entschied sich schon im vorletzten Spiel gegen den VfL aus Kamen.
Die Rückfahrt mit dem Bus glich einer Triumphfahrt, das ganze “Dorf” stand Kopf. Das Vereinslokal “Haus Haase”, in “Schwarz und Weiss” gekleidet, platze aus allen Nähten und das Feiern schien kein Ende zu nehmen.
Das Aufgebot des Meisterjahres 1987/88 umfasste unter Trainer Horst Quade die Spieler: Schulenburg, Pieper, Hoßbach, Tempel, Großmann, Strauch, Kuhn, West, Behlke, Finke, Kramer, Kungel, Fink, Boldt, Broda, Dreier, Mohr, Sagir, Schubert, Ramm, Schädel und Gerhold.
Es war ein Jahr nach Maß. Die K-1 stieg in die Kreisliga A, die K-2 in die Kreisliga B und die E-Jugend in die Sonderklasse auf. Die Krone setzte dem Ganzen unser Spieler Michael Kungel auf, der mit 28 erzielten Toren, Torjäger des Dortmunder Amateur Fußballs wurde. Die 1. Mannschaft wurde vom Staffelleiter noch mit dem Fairnesspokal ausgezeichnet.

2 Jahre Landesliga

Der Neuling BV Westfalia Wickede startete die Saison 1988/89 in der Landesliga Gruppe 5 und überwinterte auf dem 8. Tabellenplatz. Bei der 5. Dortmunder Hallenfußball Stadtmeisterschaft konnte die Mannschaft nach einem 6:2 für den VfR Sölde noch Vizemeister werden.
Auf der für den 17.02.1989 einberufenen Jahreshauptversammlung stellte sich Helmut Hausmann nicht mehr als 1. Vorsitzender zur Wahl. Man vertagte sich auf den 17.03.1989 an dem dann doch noch ein neuer Vorstand unter dem Vorsitz von Helmut Hausmann zustande kam. Nur der ehemalige sportliche Leiter, Obmann und Pressewart, Bernd Siebert, stellte sich nach 25jähriger Tätigkeit nicht mehr zur Wahl.
Zwischen den beiden Versammlungen unterrichtete Horst Quade den Vorstand davon, den Verein zum Saisonende zu verlassen. Mit Udo Schräder von GS Cappenberg konnte ein neuer Trainer gefunden werden. Mit dem 5. Platz in der Landesligatabelle wurde die Saison beendet.
Das 2. Jahr in einer neuen Klasse wird in Fußballkreisen als das Schwerste bezeichnet. Ohne nennenswerte Veränderungen im Kader, wurde in die Landesligasaison 1989/90 gestartet. Aus ungeklärten Gründen befand sich die Mannschaft zur Saisonhalbzeit auf dem letzten Tabellenplatz, Udo Schräder trat als Trainer zurück und, der vielleicht noch zu junge, Klaus-Dieter Friers übernahm das zu diesem Zeitpunkt schwerste Amt im Verein, die Trainerschaft.
Auch im Vorstand kriselte es. Offensichtlich ist es so, dass die Krisen sich gegenseitig bedingen. Auf der Jahreshauptversammlung trat der Vorstand zurück. Manfred (Menne) Schott wurde zum Vorsitzenden gewählt. Doch die Schuldenlast des Vereins drückte ihn so sehr, dass er nach vier Wochen wieder zurücktrat.

Horst Linke, neuer Vorsitzender

Auf einer außerordentlichen Versammlung wurde ein neuer Vorstand unter Horst Linke (1. Vorsitzender) und Georg Claas (2. Vorsitzender) gewählt. Die Mannschaft, unter Klaus-Dieter Friers, wurde eingeschworen auch unter Geldverzicht die notwendigen Punkte zu holen. Es begann am 25.03.1990 mit dem Spiel gegen Viktoria Clarhorst welches mit 1:1 Toren endete. Unter diesem Schwur gelang es Trainer und Mannschaft die letzten 9 Spiele dieser Saison mit einem Sieg, sieben Unentschieden und einer Niederlage abzuschließen. Durch den Sieg, im heimischen Pappelstadion, über den Spitzenreiter, Lüner SV, (2:1) wurde Borussia Lippstadt Spitzenreiter. Es war eines der lautstärksten Spiele in Wickede. Die Presse schrieb am Folgetag: “Als Frank Kurz per Kopf zum 2:1 einnickte, schienen die Pappeln rund ums Wickeder Pappelstadion zu wackeln.” Leider konnte unsere Mannschaft, aus einem fast “geschenktem” Spiel in Lippstadt, nur einen Punkt (0:0) holen. Daraus resultierte ein Relegationsspiel gegen die Preußen aus Werl. Vor einer Kulisse von 1000 Zuschauern ging diese Partie in Unna dann mit 5:6, nach Elfmeterschiessen, verloren. Der Abstieg in die Bezirksliga war besiegelt.

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